
Ernährung und Stoffwechsel
Darmgesundheit bei Hühnern
Der Darm übernimmt weit mehr Aufgaben als nur die Verdauung des Futters.
Hier werden wichtige Nährstoffe aufgenommen, die der Körper für den Stoffwechsel, die Gefiederbildung und zahlreiche weitere Funktionen benötigt.
Gleichzeitig beherbergt der Verdauungstrakt eine große Anzahl unterschiedlicher Mikroorganismen.
Diese bilden gemeinsam die Darmflora und sind unter anderem an verschiedenen Verdauungsprozessen beteiligt.
Auch zwischen Darm und Immunsystem besteht eine enge Verbindung.
Eine ausgewogene Ernährung, sauberes Trinkwasser und gute Haltungsbedingungen tragen dazu bei, die Darmgesundheit zu erhalten.
Stress, plötzliche Futterwechsel, Parasiten und Infektionen können die Verdauung dagegen beeinträchtigen.
Was ist wichtig?
• Hochwertiges, bedarfsgerechtes Hauptfutter
• Frisches und sauberes Trinkwasser
• Langsame Futterumstellungen
• Saubere Futterstellen
• Ausreichend Bewegung
• Möglichst wenig Stress
Fermentierte Futtermittel können eine Ergänzung der Fütterung sein. Ihre Wirkung hängt jedoch unter anderem von der Herstellung, den verwendeten Mikroorganismen und der Futterzusammensetzung ab. Sie sind kein Ersatz für eine ausgewogene Grundfütterung.
Gut zu wissen: Nicht jeder weiche Kot ist automatisch krankhaft. Hühner scheiden regelmäßig Blinddarmkot aus, der häufig breiig ist und intensiver riecht.
Anhaltender Durchfall, Blut im Kot oder zusätzliche Krankheitssymptome sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Lebergesundheit bei Hühnern
Die Leber gehört zu den wichtigsten Stoffwechselorganen unserer Hühner.
Sie ist an der Verarbeitung und Speicherung verschiedener Nährstoffe beteiligt, übernimmt Aufgaben im Fettstoffwechsel und bildet wichtige Stoffwechselprodukte.
Bei Legehennen spielt sie außerdem eine besondere Rolle bei der Bereitstellung von Fetten für die Dotterbildung.
Eine dauerhaft unausgewogene Ernährung kann den Leberstoffwechsel belasten.
Besonders eine übermäßige Energieaufnahme in Verbindung mit geringer Bewegung kann die Entstehung einer Fettleber begünstigen.
Dabei kommt es nicht allein auf einzelne fettreiche Futtermittel an. Entscheidend ist die gesamte Energiebilanz.
Auch hormonelle, genetische und weitere ernährungsbedingte Faktoren können eine Rolle spielen.
Was unterstützt eine bedarfsgerechte Ernährung?
• Hochwertiges und ausgewogenes Hauptfutter
• Keine übermäßigen Mengen energiereicher Leckerbissen
• Ausreichend Bewegung
• Regelmäßige Kontrolle des Körperzustands
• Bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen
Kräuter und pflanzliche Ergänzungen können Bestandteil einer abwechslungsreichen Fütterung sein. Eine nachgewiesene Lebererkrankung lässt sich damit jedoch nicht zuverlässig behandeln.
Mein Tipp: Ich achte darauf, dass Körnermischungen und andere energiereiche Ergänzungen nicht das eigentliche Hauptfutter verdrängen. Gerade bei Hühnern, die sich wenig bewegen, lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Fütterung.
Das Immunsystem im Herbst und Winter
Das Immunsystem schützt unsere Hühner vor zahlreichen Krankheitserregern.
Dabei arbeiten unterschiedliche Abwehrmechanismen zusammen. Haut und Schleimhäute bilden wichtige Schutzbarrieren, während verschiedene Immunzellen Krankheitserreger erkennen und bekämpfen.
Damit diese Prozesse funktionieren, benötigt der Körper ausreichend Energie, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.
Besonders wichtig sind unter anderem Vitamin A, Vitamin E sowie Spurenelemente wie Zink und Selen.
Auch die Darmgesundheit, gute Haltungsbedingungen und möglichst wenig Stress spielen eine Rolle.
Kälte allein verursacht keine Infektionskrankheiten. Schlechte Stallluft, hohe Feuchtigkeit und ein geschwächter Allgemeinzustand können jedoch die Gesundheit beeinträchtigen.
Was ist wichtig?
• Bedarfsgerechte Ernährung
• Ausreichende Versorgung mit essenziellen Nährstoffen
• Gute Stallhygiene
• Frische Luft
• Möglichst stressarme Haltung
• Frühzeitiges Erkennen von Krankheitssymptomen
Gut zu wissen: Zusätzliche Vitamine sind nicht automatisch besser. Besonders fettlösliche Vitamine können bei einer Überversorgung gesundheitliche Probleme verursachen.
Deshalb sollten Ergänzungen gezielt und nicht wahllos eingesetzt werden.
Die richtige Winterfütterung
Wenn die Temperaturen sinken, benötigt der Körper Energie, um seine Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.
Bei Hühnern kann deshalb während kalter Witterung die Futteraufnahme steigen.
Wie stark sich der Energiebedarf verändert, hängt unter anderem von Rasse, Körpergröße, Aktivität und Haltungsbedingungen ab.
Nicht jedes Huhn benötigt im Winter automatisch eine andere Futtermischung.
Ein hochwertiges, bedarfsgerechtes Alleinfutter sollte weiterhin die Grundlage bilden.
Auch Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Besonders während der Mauser ist eine gute Versorgung mit essenziellen Aminosäuren wichtig, da diese für die Bildung neuer Federn benötigt werden.
Worauf solltest du achten?
• Hochwertiges Hauptfutter
• Ausreichende Energieversorgung
• Bedarfsgerechte Eiweißzufuhr
• Keine einseitige Körnerfütterung
• Frisches Trinkwasser
• Regelmäßige Kontrolle von Gewicht und Körperzustand
Hühner benötigen außerdem geeigneten Magenkies, sofern sie nicht ausreichend passende Steinchen aus ihrer Umgebung aufnehmen können. Dieser unterstützt die mechanische Zerkleinerung des Futters im Muskelmagen.
Magenkies ist nicht mit Calciumquellen wie Muschelschalen gleichzusetzen.
Mein Tipp: Ich bereite meinen Hühnern gerne kleine Ergänzungen aus geeigneten Zutaten zu. Auch fermentierte Haferflocken gehören bei mir gelegentlich dazu. Solche Mischungen bleiben aber eine Ergänzung und ersetzen kein ausgewogenes Hauptfutter.