
Der natürliche Jahresrhythmus
Die Mauser verstehen und begleiten
Viele Hühner beginnen im Spätsommer oder Herbst damit, ihr Federkleid zu erneuern. Während der Mauser werden alte Federn abgestoßen und durch neue ersetzt.
Dieser natürliche Vorgang stellt besondere Anforderungen an den Stoffwechsel. Federn bestehen überwiegend aus Keratin, einem Strukturprotein. Für ihre Neubildung benötigt der Körper ausreichend Eiweiß und essenzielle Aminosäuren. Besonders schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin und Cystein spielen dabei eine wichtige Rolle.
Während der Mauser kann die Legeleistung deutlich zurückgehen oder vollständig pausieren. Manche Hühner wirken in dieser Zeit ruhiger, ziehen sich häufiger zurück und reagieren empfindlicher auf Berührungen.
Worauf solltest du achten?
- Ausreichende Eiweißversorgung
- Hochwertiges, bedarfsgerechtes Hauptfutter
- Möglichst wenig Stress
- Vorsicht beim Berühren neuer Federkiele
- Regelmäßige Kontrolle des Allgemeinzustands
- Ausreichend Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten
Nicht jedes Huhn mausert zur gleichen Zeit oder gleich stark. Auch Alter, Rasse, Gesundheitszustand und Haltungsbedingungen beeinflussen den Verlauf.
Mein Tipp: Ich lasse meinen Hühnern während der Mauser möglichst viel Ruhe. Gerade die nachwachsenden Federkiele können sehr empfindlich sein. Deshalb vermeide ich unnötiges Hochnehmen und achte besonders auf eine gute Nährstoffversorgung.
Starke Schwäche, deutlicher Gewichtsverlust oder andere Krankheitssymptome sollten allerdings nicht einfach auf die Mauser geschoben werden.
Die natürliche Legepause
Mit den kürzer werdenden Tagen verändert sich bei vielen Hennen die Legetätigkeit. Das Tageslicht beeinflusst über hormonelle Prozesse die Fortpflanzungsaktivität und damit auch die Eiproduktion.
Wenn die natürliche Tageslichtdauer abnimmt, reduzieren viele Hennen ihre Legeleistung oder stellen sie vorübergehend ganz ein. Auch die Mauser kann mit einer Legepause verbunden sein.
Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hühnerrassen und Zuchtlinien.
Nicht jedes Huhn macht im Winter eine Legepause
Einige Hühnerrassen gelten als gute Winterleger und legen auch bei kürzeren Tagen weiterhin Eier. Besonders Legehybriden wurden gezielt auf eine hohe und möglichst gleichmäßige Legeleistung gezüchtet.
Bei ihnen kann die Eiproduktion auch während der Wintermonate weiterlaufen. Eine ausgeprägte natürliche Legepause bleibt deshalb bei manchen Tieren aus.
Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Hennen grundsätzlich keine Legepause einlegen können. Auch bei ihnen beeinflussen unter anderem Tageslicht, Alter, Gesundheitszustand und Haltungsbedingungen die Legetätigkeit.
Warum ist die Legepause wichtig?
Die Eiproduktion stellt hohe Anforderungen an den Stoffwechsel einer Henne. Für jedes Ei werden unter anderem Eiweiß, Fette, Calcium und weitere Nährstoffe benötigt.
Während einer Legepause entfällt dieser zusätzliche Bedarf für die Eibildung vorübergehend. Das kann den Stoffwechsel entlasten.
Gerade bei sehr legefreudigen Hennen ist deshalb eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Calciumversorgung besonders wichtig.
Eine dauerhaft hohe Legeleistung kann außerdem mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Erkrankungen des Fortpflanzungssystems verbunden sein.
Was ist bei Legehybriden zu beachten?
Legehybriden haben aufgrund ihrer hohen Eiproduktion besondere Anforderungen an die Ernährung und das Gesundheitsmanagement.
Da manche dieser Hennen über lange Zeiträume nahezu durchgehend Eier legen, kann die hohe Legetätigkeit den Organismus erheblich beanspruchen.
Bei gesundheitlichen Problemen, die mit der anhaltenden Eiproduktion zusammenhängen, kann eine tierärztlich begleitete hormonelle Unterdrückung der Legetätigkeit sinnvoll sein.
Dabei handelt es sich um eine medizinische Behandlung, deren Nutzen und mögliche Risiken individuell beurteilt werden müssen. Nicht jede Legehybride benötigt automatisch eine solche Therapie.
Gut zu wissen
Eine verminderte Legeleistung im Herbst und Winter ist nicht automatisch ein Hinweis auf eine Erkrankung.
Solange eine Henne gesund wirkt, normal frisst und sich unauffällig verhält, kann eine Legepause Teil ihres natürlichen Jahresrhythmus sein.
Ein plötzlicher Legestopp zusammen mit Krankheitssymptomen sollte dagegen tierärztlich abgeklärt werden.
Mein Tipp
Ich selbst halte keine ausgesprochenen Winterleger oder Legehybriden. Deshalb verzichte ich bei meinen Hühnern bewusst darauf, die Tageslichtdauer durch künstliche Beleuchtung zu verlängern, um die Legeleistung anzuregen.
Meine Hennen dürfen ihre natürliche Legepause einlegen.
Bei Legehybriden oder besonders legefreudigen Rassen sieht die Situation teilweise anders aus. Hier sollte man die individuellen Bedürfnisse und möglichen gesundheitlichen Belastungen besonders im Blick behalten.
Eine Legepause lässt sich nicht bei jeder Henne allein durch kürzere Tage erreichen. Gerade bei Tieren mit sehr hoher Legeleistung ist es wichtig, auf mögliche Anzeichen von Legedarmproblemen, Veränderungen der Eiqualität oder andere gesundheitliche Auffälligkeiten zu achten.