
Gesundheit und Vorsorge
Parasiten im Herbst und Winter
Auch wenn die Temperaturen sinken, verschwinden nicht automatisch alle Parasiten.
Hühner können das ganze Jahr über von verschiedenen äußeren und inneren Parasiten betroffen sein.
Dazu gehören beispielsweise Milben, Federlinge und Darmwürmer.
Dabei unterscheiden sich die Lebensweisen der einzelnen Parasiten erheblich.
Die Rote Vogelmilbe hält sich beispielsweise überwiegend in der Umgebung der Hühner auf. Tagsüber versteckt sie sich häufig in Ritzen und Spalten und sucht die Tiere vor allem nachts zur Blutaufnahme auf.
Andere Parasiten leben dagegen überwiegend direkt auf dem Huhn.
Auch innere Parasiten können unabhängig von der Jahreszeit auftreten.
Mögliche Hinweise auf Parasiten:
• Auffälliges Kratzen oder Putzen
• Veränderungen im Gefieder
• Unruhe auf den Schlafplätzen
• Gewichtsverlust
• Blasse Kämme
• Veränderungen des Kots
• Nachlassende Leistungsfähigkeit
Nicht jedes dieser Anzeichen bedeutet automatisch einen Parasitenbefall.
Mein Tipp: Ich kontrolliere regelmäßig die Sitzstangen, ihre Befestigungen und die Bereiche rund um die Schlafplätze. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf Haut und Gefieder der Tiere.
Bei Verdacht auf Darmparasiten kann eine Kotuntersuchung sinnvoll sein. Die Behandlung sollte sich nach dem nachgewiesenen Parasiten richten.
Fußgesundheit im Winter
Nasse und verschlammte Böden können die Füße unserer Hühner stark beanspruchen.
Besonders bei dauerhaft feuchter Umgebung kann die Haut an den Fußballen aufweichen.
Kommen Druckbelastung, kleine Verletzungen oder ungeeignete Sitzstangen hinzu, können sich schmerzhafte Veränderungen entwickeln.
Dazu gehören beispielsweise Entzündungen im Bereich der Fußballen.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen federfüßige Rassen.
An den Fußfedern können Schmutz und Feuchtigkeit haften bleiben. Auch Veränderungen an den Federkielen sind nicht immer sofort sichtbar.
Worauf solltest du achten?
• Trockene Ruhebereiche
• Möglichst wenig dauerhafte Verschlammung
• Regelmäßige Kontrolle der Fußballen
• Geeignete Sitzstangen
• Saubere und trockene Schlafplätze
• Frühzeitiges Erkennen von Schwellungen und Verletzungen
Mein Tipp: Bei meinen federfüßigen Hühnern kontrolliere ich die Füße besonders sorgfältig. Gerade zwischen den Federn können kleine Veränderungen zunächst unbemerkt bleiben.
Lahmheit, schmerzhafte Schwellungen oder entzündete Stellen sollten tierärztlich untersucht werden.
Die Hühnerapotheke
Wenn ein Huhn plötzlich krank wird oder sich verletzt, ist es hilfreich, die wichtigsten Materialien griffbereit zu haben.
Eine gut ausgestattete Hühnerapotheke muss nicht besonders umfangreich sein.
Entscheidend ist, dass die Materialien sinnvoll ausgewählt, sauber aufbewahrt und regelmäßig kontrolliert werden.
Zur Grundausstattung gehören:
• Einmalhandschuhe
• Sterile Kompressen
• Geeignetes Verbandsmaterial
• Sterile Kochsalzlösung
• Kleine Taschenlampe
• Digitale Waage
• Geeignete Transportbox
• Saubere Handtücher
• Telefonnummer einer vogelkundigen Tierarztpraxis
Auch eine geeignete Möglichkeit zur vorübergehenden, sicheren Unterbringung eines kranken Huhns kann hilfreich sein.
Dabei sollten Temperatur, Belüftung und der Zustand des Tieres berücksichtigt werden.
Mein Tipp: Ich bewahre meine Materialien an einem festen Ort auf. So muss ich im Notfall nicht erst alles zusammensuchen.
Eine Hühnerapotheke dient der Erstversorgung. Sie ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.
Gesundheitscheck in der kalten Jahreszeit
Wer seine Hühner täglich beobachtet, entwickelt mit der Zeit ein gutes Gefühl für ihr normales Verhalten.
Gerade im Herbst und Winter lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Hühner können Krankheitsanzeichen zunächst nur sehr unauffällig zeigen.
Ein Tier, das plötzlich weniger frisst, sich zurückzieht oder ungewöhnlich ruhig wirkt, sollte deshalb kontrolliert werden.
Auch Veränderungen der Atmung, des Kots oder des Körpergewichts können wichtige Hinweise liefern.
Das gehört zum Gesundheitscheck:
• Allgemeines Verhalten
• Futter- und Wasseraufnahme
• Atmung
• Augen und Nasenöffnungen
• Kammfarbe
• Gefieder und Haut
• Füße und Fußballen
• Kotbeschaffenheit
• Körpergewicht und Ernährungszustand
Besonders hilfreich ist es, das Körpergewicht regelmäßig unter vergleichbaren Bedingungen zu kontrollieren.
Mein Tipp: Ich beobachte meine Hühner gerne morgens, wenn sie aus dem Stall kommen. Dabei fällt mir häufig schnell auf, ob jemand hinterherhinkt, ungewöhnlich still ist oder sich anders verhält als sonst.
Deutliche Atemprobleme, starke Schwäche oder eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands müssen umgehend tierärztlich abgeklärt werden.
Atemwegserkrankungen bei Hühnern
Niesen, Atemgeräusche oder eine veränderte Atmung können unterschiedliche Ursachen haben.
Dazu gehören unter anderem Infektionen mit verschiedenen Krankheitserregern sowie Reizungen durch Staub, Ammoniak oder andere belastende Umweltfaktoren.
Gerade im Herbst und Winter kann sich die Luftqualität verschlechtern, wenn Ställe aus Sorge vor Kälte zu wenig belüftet werden.
Feuchtigkeit und schlechte Luft können die empfindlichen Atemwege zusätzlich belasten.
Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Schlechte Stallluft verursacht nicht automatisch eine Infektionskrankheit. Sie kann jedoch die Atemwege reizen und ihre natürlichen Schutzmechanismen beeinträchtigen.
Mögliche Warnzeichen sind:
• Häufiges Niesen
• Nasenausfluss
• Verklebte Nasenöffnungen
• Auffällige Atemgeräusche
• Geschwollene Augen
• Atmung mit geöffnetem Schnabel
• Deutliche Atembewegungen des Körpers
Nicht jedes einzelne Niesen bedeutet automatisch eine Erkrankung.
Wiederholtes Niesen, Atemgeräusche oder zusätzliche Symptome sollten jedoch tierärztlich abgeklärt werden.
Wichtig: Bei deutlicher Atemnot ist sofort tierärztliche Hilfe erforderlich.
Mein Tipp: Ich achte besonders auf die Luft im Stall. Riecht es nach Ammoniak oder bildet sich regelmäßig Kondenswasser, überprüfe ich Belüftung, Einstreu und Reinigung.
Ältere und kranke Hühner im Winter
Nicht jedes Huhn kommt mit der kalten Jahreszeit gleich gut zurecht.
Ältere, kranke oder geschwächte Tiere können besondere Bedürfnisse haben.
Auch Hühner mit größeren kahlen Stellen, starkem Gewichtsverlust oder eingeschränkter Beweglichkeit benötigen mehr Aufmerksamkeit.
Entscheidend ist immer der individuelle Zustand.
Ein gesundes, vollständig befiedertes Huhn kann winterliche Temperaturen häufig gut vertragen. Bei einem geschwächten Tier kann die Situation dagegen ganz anders aussehen.
Worauf solltest du achten?
• Regelmäßige Kontrolle des Körpergewichts
• Ausreichende Futter- und Wasseraufnahme
• Trockene und geschützte Ruheplätze
• Möglichst wenig Stress
• Beobachtung des Allgemeinzustands
• Bei Bedarf tierärztlich abgestimmte Unterstützung
Mein Tipp: Gerade bei älteren oder gesundheitlich angeschlagenen Hühnern schaue ich lieber einmal mehr hin.
Wichtig ist, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und nicht einfach davon auszugehen, dass ein Tier nur wegen seines Alters oder der Kälte ruhiger geworden ist.